Ein Denkmal erinnert in Horhausen an den vor 100 Jahren dort geborenen Joseph Höffner. Foto: Rolf Schmidt-Markorski

Ein unvergessener Mensch

Gedenkveranstaltungen für Kardinal Joseph Höffner in Kail und in seinem Geburtsort Horhausen

Von Dieter Junker und Rolf Schmidt-Markorski

Gerade im Bistum Trier ist er unvergessen: Der in Horhausen im Westerwald am 24. Dezember 1906 geborene Kardinal Joseph Höffner stand im Mittelpunkt von Gedenkveranstaltungen in Kail/Eifel und in Horhausen.

In der Eifelgemeinde Kail erinnert seit kurzem ein Gedenkstein daran, dass Joseph Höffner von 1939 bis 1943 hier als Pfarrvikar tätig war. In dieser Zeit hat er ein jüdisches Mädchen vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gerettet. Dafür wurde ihm und seiner Schwester Helene der Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem verliehen. „Spätestens seit dieser Zeit ist Kail weltbekannt geworden“, sagte Weihbischof Jörg Michael Peters bei der Einweihung des Gedenksteins vor dem Pfarrhaus. Darum sei er froh, dass die Gemeinde und die Kirche hier die Initiative ergriffen hätten und an einen Mann erinnern, „von dessen Handeln auch heutige Generationen noch zehren könnten“.

„Wir sind stolz und froh, dass in unserem Kreis solche Menschen wirkten“, betonte Kreisbeigeordneter Hans-Jürgen Sehn bei der Gedenkfeier nach dem Festgottesdienst. Joseph Höffner sei seinem Gewissen gefolgt und habe Zivilcourage gezeigt in einer Zeit, in der dies zu Repressalien und Verfolgung geführt hätte. Und er habe in Kail und Brieden Menschen gefunden, die ihn dabei unterstützten: „Auch ihnen gilt dieses Gedenken.“

„Für Kail wird der Name Joseph Höffner immer eine Bedeutung haben, eine Auszeichnung sein“, sagte Manfred Schnur, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Treis-Karden. „Dieser Gedenkstein soll uns vom Wort und Leben Joseph Höffners berichten, als Vorbild, als Mahner und Wegbereiter zu einer menschlicheren Welt.“

Horhausen gedenkt seines großen Sohns

Höffners Geburtsort Horhausen gedachte im Oktober des am 16. Oktober 1987 verstorbenen Kardinals. Dieser sei sich „immer seiner Westerwälder Heimat bewusst gewesen“, betonte Josef Zolk, Vorsitzender des Fördervereins Kardinal Höffner, zur Eröffnung der Veranstaltung in der Pfarrkirche in Horhausen. Vorausgegangen war ein festlicher Gottesdienst, der von Alt-Bischof Dr. Josef Koukl, Litomerice (Tschechien), gemeinsam mit Pfarrer i. R. Paul Menzenbach und Pastor Guido Lacher zelebriert wurde. Dorothee Schmitt, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, dankte Koukl für seinen Besuch in Horhausen, den Familie Schmitz aus Pleckhausen ermöglicht hatte. Gleichzeitig begrüßte sie die beiden Schwestern des Kardinals und weitere Familienangehörige. Als Festredner machte Bundesminister a. D. Dr. Norbert Blüm deutlich, welche Bedeutung Höffner („ein starker Westerwälder Baum“) als ein Begründer der christlichen Soziallehre hat und wie aktuell sein Wahlspruch und Lebenswerk „Gerechtigkeit und Liebe“ ist.

In zahlreichen Gedenkveranstaltungen wird in den nächsten Wochen an den 100. Geburtstag von Joseph Höffner erinnert. Die Post ehrt ihn mit einer Gedenkmarke (Erstausgabe 9. November). Die Gemeinde Horhausen gibt einen Sonderbriefumschlag heraus (Info: 0 26 87-83 70).